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DIE BRODTKORBBRUKET

Die Museumsgebäude selbst sind eine Sehenswürdigkeit, da sie ein Teil der ehemaligen Fischannahmestelle «Bordtkorbbruket» sind. Ein sehr wichtiger Teil der Ausstellungen bezieht sich daher selbstverständlich auf die frühere Funktion und Geschichte der Gebäude.

Die Familie Brodtkorb aus Vardø hatte Fischannahmestellen und Handelsläden entlang der gesamten Finnmarksküste. In Gamvik hatten sie ein Gechäft und zwei Fischaufkaufstellen; eine direkt in Gamvik und eine in Kåven, in welcher sich das Museum heute befindet. Diese Anlage wurde etwa 1840 errichtet. Die Familie war ebenfalls sogenannter «Dorfeigentümer». Dieses Eigentumssystem war sehr hart für die Fischer, da es sie ökonomisch sehr stark an die Fischaufkäufer band. Ausserhalb der Saison mussten die Fischer alle lebensnotwendigen Waren bei den Dorfeigentümern auf Kredit kaufen, was dazu führte, dass sie während der Fischsaison ihren Fisch nur zu diesen bestimmten Kaufleuten liefern konnten oder für diese arbeiten mussten, um die Schulden zurückzubezahlen.

Genau wie die restlichen Gebäude in der Finnmark wurde die Brodtkorbbruket im Herbst 1944 von den abziehenden deutschen Truppen in Brand gesteckt. Die Gebäude wie man sie heute sieht wurden in der Wiederaufbauzeit von 1946 bis etwa 1957 errichtet. Produziert wurde hier Stockfisch, Salzfisch, gefrorener Frischfisch für den Export und Tran. Die Anlage war bis 1969 in Gebrauch, bis eine Krise im Stockfischmarkt zur Schliessung führte.

Mitte der 80er Jahre kaufte die Gemeinde die Fischannahmestelle und begann mit der Restaurierung einige Jahre später. Viele Gebäude waren in so schlechter Verfassung, dass sie abgerissen werden mussten, aber einige davon, wie z.B. das Eishaus, wurden wieder errichtet. Von 1990 - 1995 wurden die restlichen Gebäude teilweise restauriert und für die Nutzung als Museum zurechtgelegt. 1998 wurde der Beschluss ins Budget aufgenommen, die Anlage so fertig zu stellen, dass das Gamvik Museum in die neue Unterkunft umziehen konnte. Die gesamte Anlage ist komplett aus Holz.

Im Winter 2001/2002 tobte ein kräftiger Sturm an der Finnmarksküste und zerstörte die Köderhütte, die Trandämpferei, das Trockengerüst für Fischernetze und das Fischtrockengestell.

Die Brodtkorbbruket wurde vom Reichsantiquar auf die Liste für zu schützende technische und industrielle Kulturdenkmäler gesetzt. Es ist das einzige Schutzobjekt seiner Art.