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DIE GEMEINDE GAMVIK

Informationen über Klima, Geologie, Vegetation, sowie Tier- und Pflanzenleben in der Gemeinde. Hier bekommt man ein paar Eindrücke darüber, was ein Besucher in dieser Gemeinde im Hohen Norden erwarten kann.

Die Gemeinde Gamvik ist eine von 19 Gemeinden in der Region Finnmark. Im Osten grenzt sie an Berlevåg, im Westen an Lebesby und im Süden an Tana. Die Gemeinde hat etwa 1039 Einwohner und befindet sich auf der Ostseite der Halbinsel Nordkyn. Das Gemeindezentrum ist Mehamn, mit etwa 900 Einwohnern. Die restliche Bevölkerung verteilt sich auf Gamvik, Skjånes und entlang des Langfjords.

Die Gemeinde bietet eine abwechslungsreiche Natur, fischreiche Flüsse und Seen, sowie ein reichhaltiges Kulturleben. Hauptwirtschaftszweige sind Fischerei und Fischveredlung und Waren von hier werden in die ganze Welt exportiert. Der Flugplatz in Mehamn hat tägliche Abgänge zu anderen Flughäfen in Nordwegen und die Hurtigruten läuft den Hafen von Mehamn zweimal täglich an.

KLIMA:

Laut meteorologischer Definition hat das Gebiet um Gamvik nie Sommer. Ein Sommermonat soll eine Durchschnittstemperatur von über 10 Grad haben. Am Slettnes Leuchtturm wird im wärmsten Monat August eine Durchschnittstemparatur von 9,6 Grad gemessen. Die Gemeinde hat genaugenommen also nur Winter, Frühling und Herbst, trotz Mitternachtssonne und längeren Abschnitten mit schönem Sommerwetter. Der Golfstrom versorgt das Gebiet allerdings mit einem milderen Klima, als man es so weit nördlich erwartet.

Die durchschnittliche Windstärke ist sehr hoch. Im Januar 2000 gab es zum Beispiel 21 Tage mit Windstärke 6 (starker Wind) oder höher. Im Winter 2001/2002 wurde die Reichsstrasse "Nordkynveien R 888" von Bekkarfjord nach Hopseidet, welche über sehr ungastliches Gelände verläuft, 237 Tage beräumt. Die normale Schneepflugsaison ist vom 19. Oktober bis zum 20. Mai.

GEOLOGIE UND VEGETATION:

In der Gemeinde Gamvik findet man hauptsächlich die Gesteinsarten Phyllitschiefer und Metasandstein. Die Landschaft ist von vielen stark ausgeprägten Strandlinien durchzogen, welche in Reih und Glied entlang der Abhänge liegen. Einigen kann man mehreren Kilometern folgen.

Auf den ersten Blick wirkt die Vegetation in der Gemeinde eher ärmlig. Der Mangel an Bäumen und grossen Büschen, sowie grosse Gebiete mit «Steinwüste», vermitteln einen ganz speziellen Eindruck. Beim näheren betrachten ist die Vegetation aber alles andere als spärlich. Auf der Halbinsel Nordkyn sind mehr als 350 verschiedene Pflanzenarten registriert. In Südnorwegen findet man die gleiche Vegetation in Höhenlagen von 1000 - 1500 m. Hier in der Gemeinde kann man also Bergpflanzen und Strandpflanzen nebeneinander finden. Es finden sich auch Nutzpflanzen wie Sibirischer Schnittlauch (Allium schoenoprasum ssp. sibiricum), Echte Engelwurz (Angelica archangelica), Echtes Löffelkraut (Cochlearia officinalis) und Rosenwurz (Rhodiola rosea). Zusätzlich gibt es Preiselbeeren, Heidelbeeren, Moltebeeren und Krähenbeeren.

TIER- UND VOGELLEBEN:

Die wichtigsten Vogelgebiete befinden sich im Slettnes Naturreservat. Das Gebiet ist ein wichtiger Nistplatz für viele Vogelarten und ein bevorzugter Rastplatz für verschiedenste Zugvögel. Es sind bis zu hundert verschiedene Vogelarten im Naturreservat beobachtet wurden. Die wichtigste Gruppe sind Watvögel. Es wurden mehr oder weniger ungewöhnliche Arten wie Kiebitz (Vanellus vanellus), Kiebitzregenpfeifer (Pluvialis squatarola), Sanderling (Calidris alba), Sichelstrandläufer (Calidris ferruginea), Graubruststrandläufer (Calidris melanotos), Sandstrandläufer (Calidris pusilla), Knutt (Calidris canutus), Waldschnepfe (Scolopax rusticola), Pfuhlschnepfe (Limosa lapponica) und Bruchwasserläufer (Tringa glareola) beobachtet.

Das Slettnes Naturreservat liegt in Meeresnäheund auch mehrere Möwenarten haben ihre Nistplätze hier. Das Gebiet ist bekannt für das Vorkommen der zweitgrössten Kolonnie an nistenden Schmarotzerraubmöwen (Stercorarius parasiticus). Die anderen nördlichen Raubmöwen wurden ebenfalls hier schon beobachtet, sowie rastende Eismöwenschwärme (Larus hyperboreus) mit über 300 Individuen.

Es sind 31 verschiedene Sperlingsarten registriert. Die gewöhnlichsten sind Wiesenpieper (Anthus pratensis), Rotkehlpieper (Anthus cervinus) und Spornammer (Calcarius lapponicus). Raubvögel wie Seeadler und Eulen besuchen das Reservat ebenfalls in regelmässigen Abständen.

Im Naturreservat können auch mehrere Säugetierarten beobachtet werden. Einige Arten sind leicht zu finden, wie Rentier, Hase, Hermelin, Fuchs, Schweinswal, Seehund und Schwertwal (Orca). Andere Arten werden eher seltener beobachtet, wie Zwergwal, Walross, Mink, Marder, Vielfrass, Otter, Luchs und Lemming.