Leuchtturm ”Slettnes fyr”

Der Leuchtturm Slettnes liegt drei Kilometer nördlich von Gamvik, auf 71º05’33’’ nördlicher Breite. Von der Spitze des Turmes hat man eine fantastische Aussicht auf das Meer und die Natur der Umgebung. Zwischen dem Leuchtturm und Gamvik befindet sich ein Naturreservat, das Lebensraum für viele besondere Vogelarten bietet.
Der Leuchtturm wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts gebaut, und wurde am 15. September 1905 in Betrieb genommen. Die Leuchtturmwärter mit ihren Familien haben von Anfang an in der Leuchtturmanlage gewohnt, und das bis 1973. Später wohnten hier nur die Dienst habenden Beschäftigten. Slettnes wurde als einer der letzten Leuchttürme Norwegens 2005 vollständig automatisiert
1922 bekam der Leuchtturm ein Nebelhorn, das bei Nebel oder schlechtem Wetter alle 30 Sekunden ein Tonsignal erzeugte. Während des 2. Weltkriegs gebrauchten die Deutschen den Leuchtturm als Beobachtungsposten. Die Marineoffiziere kontrollierten die Schaltung des Leuchtfeuers. Dieser wurde nur beleuchtet, wenn deutsche Konvois vorbeizogen. Während des Rückzugs im Herbst 1944 wurde der Leuchtturm gesprengt und alle Häuser in der Umgebung wurden von den deutschen Truppen niedergebrannt.
In der Zeit von 1945 – 48 wurden neue Wohngebäude errichtet, sowie ein Maschinenhaus, ein Bootsschuppen, ein Kai und ein neuer Leuchtturm. Die Anlage wurde insgesamt von den Architekten G. Blakstad und H. Munthe-Kaas entworfen und gestaltet. Der Turm ist 30 m hoch mit 9 Treppenstufen und 139 offene Treppenstufen. Damit ist der Leuchtturm der fünfthöchste in Norwegen. Das Nebelhorn wurde wieder eingesetzt mit einem 1 – 2-Ton-Signal und einer Reichweite von 6 Seemeilen. Dieses wurde bis 1985 genutzt. 1955 wurde auf Slettnes ein Funkfeuer eingerichtet, und ein Jahr später wurde die Leuchtturmstation an das lokale Stromnetz angeschlossen.
Heute ist Slettnes Eigentum von „Kystverket“, der staatlichen Küstenverwaltung, und wird in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Gamvik betrieben. Der Leuchtturm Slettnes steht seit 1998 unter Denkmalschutz.
Im Sommer werden vom Gamvik Museum Besichtigungen des Leuchtturms durchgeführt und im ehemaligen Haus des Leuchtturmwärters gibt es ein kleines Café.